Apr
10

Teheran

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Seit gestern Nacht bin ich nun in Teheran. Auch hier ist der Fruehling deutlich zu spueren. Allerdings wirkt es etwas befremdend, wenn um neun Uhr abends die Strassen vollkommen leer sind, waehrend ich mich in den kurdischen Staedten Sanandaj und Kermanshah vor lauter Menschen und Autos kaum mehr fortbewegen konnte. Hier scheinen die Regeln und Gesetze der Bevoelkerung praesenter zu sein als in den abgelegenen Gebieten, auch die Kontrollen werden starker sein, und die Menschen verhalten sich entsprechend. Dennoch ist es erstaunlich, dass zu einer Zeit, die sowohl von westlichen Beobachtern als auch von im Iran lebenden Iranern und Iranerinnen als eher restriktiv bezeichnet wird, dennoch vieles moeglich ist, was man nicht erwarten wuerde. Auch hier in Teheran koennen junge Liebespaare immer noch problemlos in oeffentlichen Restaurants gemeinsam essen und Wasserpfeife rauchen. Solche kleine, fuer uns vielleicht voellig selbstverstaendliche Dinge zeigen, dass die Lage zurzeit wohl besser ist, als man es meinen koennte, wenn man nur die Fotos der Massendemonstrationen aus unseren Medien kennt. Auch im Iran der Ayatollahs ist der Fruehling problemos moeglich. In den diversen Regionen ist er etwas unterschiedlich ausgepraegt, aber er ist ueberall deutlich spuerbar.

Bald geht die Reise weiter. Vermutlich zuerst nach Yazd mit seinen zoroastrischen Tempeln und den Tuermen des Schweigens. Und wer weiss, vielleicht liegt noch ein Abstecher nach Herat, Afghanistan drin, bevor ich die Rueckreise antreten muss. Auf den Fruehling! Im Iran, in Buempliz und ueberall in der Welt!

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