Apr
15

Afghanistan

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Nach fast 20 Stunden Fahrt in Bus und Taxi bin ich ziemlich erschoepft und muede. Es braucht auch seine Zeit, die ersten Eindruecke in Afghanistan zu sammeln und zu verarbeiten. Ich haette nicht gedacht, dass das Afghanistan, das direkt hinter der iranischen Grenze liegt, sich so sehr vom Iran unterscheidet. Nachdem wir die Passkontrollen passierten, merkten wir aber ziemlich rasch, dass wir es hier mit einem anderen Land zu tun haben; nicht nur anhand der Kommentare des iranischen Taxichaffeurs und des reichen afghanischen Businessman, der uns begleitete (Als kleine Anekdote am Rande: dieser Afghane schien zwar sehr reich zu sein, aber er war nicht halb so arrogant wie die zahlreichen Teheraner aus der Oberschicht!). Schon nach den ersten Metern auf afghanischem Boden konnten wir feststellen, dass wir es hier mit einem Land zu tun haben, welches sich im Aufbau befindet. Die Beamten am Zoll und bei den zahlreichen “Kontrollen” danach waren alle sehr freundlich und anstaendig, kleine Schmiergelder seitens des Taxichauffeurs gehoeren aber zur Tagesordnung. Manchmal reichte aber auch ein Laecheln mit der Bemerkung, dass er dann auf der Rueckfahrt ein paar Geldscheine locker mache. Noch krasser war der Unterschied zwischen den beiden Laendern in der Architektur zu sehen. Unmittelbar nach der Grenze fuhren wir an mehreren Doerfern aus Lehmhuetten vorbei. Teils waren an den zerbombten Daechern auch noch klar die Spuren des Krieges zu sehen. Zwischen den Doerfern immer wieder etliche Schafhirten, und an den Strassenraendern viele Kinder. Auf Motorraedern kamen uns immer wieder Typen entgegen, welche der gewoehnliche Europaeer als Taliban bezeichnen wuerde. Trotz Aufhebung der Burqa-Tragepflicht, sind auch immer noch einige Frauen in Form von Zelten zu sehen. Militaer- und Polizeipatrouillen mit bewaffneten und schussbereiten Uniformierten auf den Pickups gehoeren auch zum Landschaftsbild. Ich hatte den Eindruck, dass die meisten davon Afghanen waren. Vorher wurde ich aber gerade darueber aufgeklaert, dass die ISAF-Truppen auch hier in Herat immer noch praesent sind. In Herat sind das hauptsaechlich italienische Truppen. Den zurzeit stattfindenden Aufbau des Landes ist auch an den unzaehligen Lastwagen und Transportern auszumachen, die von der Grenze aus in Richtung Stadt fahren. Viele deutsche Firmen, aber auch polnische, slowenische oder niederlaendische scheinen daran beteiligt zu sein. Eindruecklich ist insbesondere die Einfahrt in die Stadt Herat, wo ueber Kilometer LKW’s, Autowracks und Werkstaetten mit Ersatzteilen zu sehen sind. In der Stadt selbst findet man dasselbe Verkehrschaos vor, an welches man sich aus dem Iran gewoehnt ist. Der einzige Unterschied dabei ist, dass die Sicherheitskraefte hier bewaffneter sind als im Iran. Und das Stadtbild scheint in Afghanistan insgesamt farbiger zu sein. Mehr dazu moechte ich aber heute noch nicht sagen. Und was das Essen anbelangt, so habe ich im Iran waehrend zwei Wochen kein einziges Mal so gut gegessen wie eben gerade ;-)

Categories : General

1 Comments

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Das tönt ja wansinnig! Wemä das list chunnt mä grad so i di Wäut inä.. WOW!
Gniessets und häbet immer Sorg!
I freue mi uf euch! Mit liebi..Läiu

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